Sonntag, 17. August 2014

Rache ist...

Rache ist ein Gericht, das ambesten kalt serviert wird 

Dieser Post richtet sich an alle Mal-Fetten, Pummeligen, Pseudoschwangeren, Menschen mit schweren Knochen und so weiter und sofort.

Sein Glück von Zahlen abhängig machen, seien es nun die auf der Waage oder dem Etikett in der Kleidung ist dämlich, ohne Frage. Aber der Mensch ist dämlich, mancher mehr, mancher noch mehr und mancher am aller mehrsten. Und ich will auch mal ein Superlativ sein.
Folgenden Sachverhalt wird in Gänze auch wohl nur derjenige nachvollziehen können, bei welchem mal Kleidergröße 48 eigentlich zu klein war, der aber die Möglichkeit der Existenz von Größe 50 absolut negiert hat (natürlich lässt es sich problemlos analog auf andere, in Frage kommende Ausgangssituationen, adaptieren):

Systematische Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Will man also mal sein Ego pushen, und Rache ist immer eine Möglichkeit, betritt man ein Modefachgeschäft seiner Wahl. Damit die im Folgenden beschriebene Wirkung sich im vollen Umfang entfalten kann, sollte die Wahl auf ein Fachgeschäft, welches auf junge Kundschaft ausgerichtet ist, fallen. Überfüllte, bzw. Ramschläden müssen dabei vermieden werden. Für die Frage des Wann, sollte ein Zeitpunkt in zeitlicher Nähe des Schulschlusses gewählt werden. Im Weiteren verschafft man sich nun also einen Überblick über die örtlichen Begebenheiten, die verfügbaren Produkte und das anwesende Personal. Einen besonderen Augenmerk sollte man auf letzteren Punkt legen, bei der Auswahl der richtigen Person müssen zwei Faktoren beachtet werden:
  1. Bewegungsmuster – Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, die Einzelhandelsmodefachverkäuferin im Besonderen. Die Analyse von Arbeitsengagement, Geschwindigkeit und Ablenkbarkeit durch Kunden bietet eine wichtige Grundlage zur Berechnung des richtigen Timings der geplanten Aktion.
  2. Akustik – Laut alleine genügt nicht, die stimmlichen Fähigkeiten der ausgewählten Person sollten über mehrere Qualitäten verfügen. Also neben der Lautstärke wären Penetranz, Durchdringungskraft oder eine relative Höhe von Vorteil, extra Punkte gibt es für die sehr seltene Fähigkeit, die Gesetze der Physik (Schall breitet sich symmetrisch vom Erzeuger aus) zu umgehen, z.B. Zeitreisen.
Ist nun die Wahl getroffen, positioniert man sich geschickt an der im Voraus ausgesuchten Ware. Kriterium hierfür ist das absolute Kennen der richtigen Größe und das Wissen um die optimale Passform. Ein zuvor in akribischer Heimarbeit einstudierter hilfloser Blick (Geübte unterstreichen das Ganze mit einem Seufzer der Überforderung), lockt die Einzelhandelsmodefachverkäuferin, die einen möglichen Kunden wittert, an. Nach Schilderung des Problems (Man wolle genauso eine Hose, aber sei sich unsicher wegen der Größe), nennt man ihr eine Größe größer als sonst. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit empfiehlt die Einzelhandelsmodefachverkäuferin, im guten Gewissen eines Beratungsgesprächs, die eben genannte Größe auszuprobieren. Gesagt, getan. Das Verweilen in der Umkleide bietet an dieser Stelle Gelegenheit Anpassungen an das zuvor eruierte Bewegungsmuster durchzuführen. Unter Ausnutzung des richtigen Timings entschlüpft man nun der Umkleide und mustert sich mit kritischem Blick in unmittelbarer Nähe der Einzelhandelsmodefachverkäuferin im Spiegel. Hilfreich an dieser Stelle sind Äußerungen wie „Irgendwie sitzt die Jeans nicht richtig“, unter Zuhilfenahme von z.B. Zupfen am abstehenden Bund. Besonders hilfreich ist es natürlich, über eine blonde Haarfarbe oder zumindest die Attitüde dessen zu verfügen. Die Einzelhandelsmodefachverkäuferin wird in Erwartung der Inanspruchnahme ihrer Verkaufsfähigkeiten, in langen Jahren antrainiert, durch diverse Fortbildungen geschult, sofort reagieren mit: „Ach ne junge Frau, sie brauchen eine Nummer kleiner, also eine 34.“ Und das mit einer Stimme und in einer Lautstärke und mit gottgleicher Überzeugung, die man noch in den umliegenden Geschäften und in mindestens einer weiteren Dimension vernehmen kann.
In einem Laden, wo die anderen hippen, ach so tollen, stylischen Kunden gerade mal halb so alt sind wie man selbst, von denen die meisten dann aber nicht in 34 passen.
Ha! Da habt ihrs! Ihr Mobber, mit euren dämlichen Kommentaren, euren Blicken oder noch schlimmer mit eurem (falschen) Mitleid. Jetzt guckt ihr, wa?
Und ja sie schauen und werden grün vor Neid (oder welche Farbe gerade in Mode ist)!

Gemäßigte Naturen mögen nun sagen, dass die kleinen Mädels da nun nicht gerade was für mein mir widerfahrendes, weltschmerzbereitendes, Unglück können. Nö, können sie nicht. Aber Rache bedeutet nun mal auch Kollateralschaden. Da muss jeder seine persönliche Kosten-Nutzen-Analyse durchführen. Und was mir viel nutzt, muss andere viel kosten.

Und außerdem, was haben diese Gören in solchen Läden zu suchen, wenn ich meine kaum vorhandene Freizeit zum Einkaufen nutzen will? Die sollen nach der Schule gefälligst nach Hause, Hausaufgaben machen und was sinnvolles lernen (z.B. Quantenphysik), damit auch meine Rente sicher ist. Oder wenn das mit dem Lernen nicht fruchtet, sollen sie doch gefälligst ihr Taschengeld sparen, damit, wenn sie dann von ihrem Hungerlohn als Altenpflegekräfte nicht leben können (aber mich mit meinem Rollstuhl durch die Gegend schieben), bissel vom Ersparten zerren.

Jaja, ich bestell nur noch online und such mir ein richtiges Hobby...

Kommentare:

  1. Haha, ich kann mir bildlich vorstellen, was du da im Laden getrieben hast. Ich habe in Wacken eine Frau mit nem T-Shirt gesehen, auf dem Stand "Ich verachte Jugendliche" - wenn du das noch angehabt hättest: *-*

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  2. Da wär ich ja unglaublich gerne in dem Laden gewesen :D

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  3. Sowas möchte ich gerne mal mit dir live erleben :D

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  4. Hahahaha, na wenn das mal keine Motivation ist abzunehmen :D

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  5. "junge Frau" und "Nummer kleiner 34" sind sogar genau 2 Volltreffer würde ich sagen :D

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  6. Ich verachte sie ja nicht, ich ärger sie nur gerne :D

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